Woran es tatsächlich liegt
Schimmel entsteht nicht durch Nässe allein, sondern durch Nässe, die nicht abtrocknet. Deshalb ist der Blütenaufbau wichtiger als jede Wetterprognose. Eine sehr dichte Blüte hält Feuchtigkeit im Inneren fest, wo sie tagelang stehen bleibt und du von außen nichts siehst. Eine lockere Blüte trocknet zwischen zwei Regentagen wieder ab. Deshalb sind sativa-lastige Sorten in dieser Kategorie überrepräsentiert, obwohl sie beim Erntezeitpunkt eigentlich im Nachteil sind.
Der zweite Faktor ist die Zeit. Jede Woche, die eine Sorte früher fertig wird, ist eine Woche weniger Risiko. Eine Sorte, die Mitte September geerntet wird, hat den kritischen Zeitraum praktisch hinter sich, bevor er beginnt.
Was du selbst beitragen kannst, ist genauso wichtig wie die Sortenwahl: ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen, dichtes Blattwerk rund um die größten Blüten ausdünnen, ein Regenschutz für die letzten drei bis vier Wochen, und die Töpfe so stellen, dass Wind durchziehen kann. Eine robuste Sorte an einem windstillen, schattigen Platz ist anfälliger als eine mittelmäßige Sorte an einem luftigen.
Autoflower sind hier eine ernstzunehmende Alternative. Ein Durchgang von Mai bis Ende Juli umgeht den nassen Herbst vollständig, auch wenn der Ertrag niedriger ausfällt.
Häufige Fragen zu Schimmelresistente Samen
Was bedeutet die Angabe zur Schimmel-Resistenz genau?
Sie beschreibt auf einer Skala von eins bis fünf, wie gut eine Sorte in Anbautests mit feuchten Bedingungen zurechtkam. Fünf heißt robust, nicht immun. Die Bewertung stützt sich auf Blütenstruktur, Blattdichte und Rückmeldungen aus dem Anbau.
Reicht eine schimmelresistente Sorte für den deutschen Herbst?
Sie erhöht die Chancen deutlich, ersetzt aber keinen Regenschutz. Bei einer Woche Dauerregen im September kann auch eine robuste Sorte Schimmel bekommen. Am zuverlässigsten ist die Kombination aus robuster Sorte, früher Ernte und Schutz vor Nässe.
Woran erkenne ich Schimmel rechtzeitig?
Kontrolliere die dicksten Blüten regelmäßig von innen, indem du sie vorsichtig auseinanderdrückst. Graue oder weißliche, watteartige Stellen im Inneren, braune Blütenblätter und einzelne Blattspitzen, die ohne erkennbaren Grund absterben, sind die üblichen Anzeichen. Von außen ist Befall oft erst sichtbar, wenn er schon größer ist.
Was mache ich, wenn eine Pflanze befallen ist?
Betroffene Stellen großzügig entfernen und entsorgen, nicht nur die sichtbare Stelle. Schneide mit sauberem Werkzeug und reinige es zwischen den Schnitten, sonst verteilst du Sporen. Befallenes Material gehört nicht in die Ernte.
Sind Indica-Sorten grundsätzlich anfälliger?
Tendenziell ja, weil sie dichtere Blüten bilden. Es gibt aber robuste Indicas und empfindliche Sativas. Die Angabe auf der Produktseite ist aussagekräftiger als die Genetik allein.
Hilft es, spät im Jahr weniger zu gießen?
Ein wenig, weil die Pflanze dann weniger Feuchtigkeit verdunstet. Der größere Hebel ist die Luftbewegung um die Blüten herum. Gieße in den letzten Wochen morgens statt abends, damit alles über den Tag abtrocknen kann.