Ein Cannabis-Sämling ist bereit zum Umtopfen, sobald er neben den runden Keimblättern ein bis zwei echte Blattpaare gebildet hat, meist 1–2 Wochen nach dem Auflaufen. Du hebst ihn mit dem ganzen Wurzelballen aus dem Anzuchtgefäß, setzt ihn in eine Mulde im neuen Topf mit lockerer Erde, füllst auf und gießt leicht an. Wichtig sind nur zwei Dinge: die Wurzeln so wenig wie möglich stören und den Stängel nicht zu tief vergraben. Bei Autoflowering-Sorten gilt eine Besonderheit, sie kommen von Anfang an in den Endtopf, weil ihnen für die Erholung nach einem Umzug die Zeit fehlt. Der Rest dieses Artikels führt dich durch jeden Schritt.

Der richtige Zeitpunkt
Warte, bis der Sämling ein bis zwei echte, gezackte Blattpaare zeigt. Dann ist die Wurzel stabil genug für den Umzug. Zu früh umzutopfen bringt unnötigen Stress, zu spät lässt die Wurzeln im kleinen Behälter im Kreis wachsen. Ein sicheres Zeichen für Zeitdruck sind Wurzelspitzen, die unten aus dem Anzuchtgefäß wachsen.
Welche Erde und welcher Topf
Junge Pflanzen mögen eine lockere, luftige Erde, die Wasser hält, ohne zu stauen. Eine leicht vorgedüngte Anzucht- oder Growerde reicht für die ersten Wochen, zusätzlicher Dünger ist noch nicht nötig. Beim Topf gilt: lieber schrittweise vergrößern als sofort in ein sehr großes Gefäß. Für photoperiodische Sorten ist ein Zwischentopf üblich, bevor es in den Endtopf geht. Töpfe mit Abzugslöchern sind Pflicht, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Schritt für Schritt
Fülle den neuen Topf mit Erde und drücke in die Mitte eine Mulde, die etwa so groß ist wie das Anzuchtgefäß. Gieße den Sämling einige Stunden vorher leicht an, dann hält der Wurzelballen besser zusammen. Kippe das Anzuchtgefäß vorsichtig, stütze den Sämling zwischen zwei Fingern und lass den Ballen als Ganzes herausgleiten. Setze ihn in die Mulde, fülle die Ränder mit Erde auf und drücke nur ganz leicht an. Der Stängel darf dabei etwas tiefer sitzen als vorher, aber die Keimblätter bleiben über der Erde. Zum Schluss leicht angießen.

Sonderfall Autoflowering
Autoflowering-Sorten haben einen festen inneren Zeitplan und beginnen nach wenigen Wochen von allein zu blühen. Jeder Umzug kostet sie Wachstumszeit, die sie nicht aufholen können. Setze gekeimte Autoflowering-Samen deshalb direkt in den Endtopf und überspringe das Umtopfen komplett. Was Autoflowering-Sorten sonst noch unterscheidet, liest du unter Autoflowering oder Photoperiode.
Stress vermeiden
Topfe abends oder bei gedämpftem Licht um, dann hat die Pflanze die Nacht zur Erholung. Berühre die Wurzeln nicht direkt und arbeite zügig, aber ohne Hektik. Frisch umgetopfte Pflanzen brauchen kein starkes Licht und keinen Dünger, nur Ruhe und gleichmäßig feuchte Erde.
Nach dem Umtopfen
In den ersten ein bis zwei Tagen kann der Sämling etwas schlapp wirken, das ist eine normale Reaktion und legt sich von selbst. Wächst er danach sichtbar weiter, ist der Umzug gelungen. Ab jetzt geht es um die tägliche Pflege, also Gießen, Licht und später Nährstoffe. Wie das aussieht, zeigt dir Cannabispflanzen pflegen.
Häufige Fragen
Wann muss ich meinen Sämling umtopfen?
Sobald er ein bis zwei echte Blattpaare hat, meist 1–2 Wochen nach dem Auflaufen. Spätestens, wenn Wurzeln unten aus dem Anzuchtgefäß wachsen.
Wie oft wird umgetopft?
Photoperiodische Sorten ziehen üblicherweise ein- bis zweimal um, vom Anzuchtgefäß über einen Zwischentopf in den Endtopf. Autoflowering-Sorten gar nicht, sie starten direkt im Endtopf.
Wie groß sollte der Endtopf sein?
Indoor sind 7–11 l üblich, outdoor darf es deutlich mehr sein, ab etwa 15 l oder direkt das Beet. Je größer der Topf, desto größer kann die Pflanze werden und desto seltener musst du gießen.
Mein Sämling lässt nach dem Umtopfen die Blätter hängen. Ist das schlimm?
Nein, das ist die übliche Reaktion auf den Umzug. Gib ihm ein bis zwei Tage Ruhe bei gleichmäßig feuchter Erde. Hängt er danach immer noch, prüfe, ob die Erde zu nass ist.
Kann ich den Sämling tiefer setzen, wenn er lang und dünn geworden ist?
Ja, ein in die Länge gewachsener Sämling darf beim Umtopfen bis knapp unter die Keimblätter in die Erde gesetzt werden. Das gibt ihm Halt. Achte danach auf mehr Licht, denn Längenwachstum ist meist ein Zeichen für zu wenig davon.

