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White Widow Strain: Eigenschaften, Anbau und Besonderheiten

White Widow Strain:  Eigenschaften, Anbau und Besonderheiten

White Widow gehört seit ihrer Entstehung Mitte der 1990er Jahre zu den bekanntesten Cannabis-Sorten der Welt. Die niederländische Hybrid-Sorte hat mehrere Auszeichnungen auf dem High Times Cannabis Cup geholt und ist bis heute fester Bestandteil fast jeder Coffeeshop-Karte in Amsterdam. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf Herkunft, Genetik, Wirkung und Anbau dieser Legende.

Herkunft und Geschichte

White Widow wurde 1994 von Shantibaba entwickelt und über die damals neu gegründete Green House Seeds Company in Amsterdam auf den Markt gebracht. Bereits 1995 gewann die Sorte den Cannabis Cup in der Kategorie Hybrid. Die Elternlinien stammen aus einer brasilianischen Sativa-Landrasse und einer südindischen Indica-Hybride, wobei die genauen Details bis heute nicht vollständig dokumentiert sind.

Der Name White Widow bezieht sich auf die dichte weiße Trichomschicht, die die reifen Blüten bedeckt. Die Harzdrüsen sind so üppig ausgeprägt, dass die eigentlich grünen Buds fast weiß erscheinen.

Genetik und Eigenschaften

White Widow ist ein balancierter Hybrid, oft angegeben als 60 % Indica und 40 % Sativa, wobei der Sativa-Anteil in der Wirkung deutlich spürbar bleibt. Die Sorte hat eine sehr stabile Genetik und zeigt kaum Phenotyp-Variationen, was sie für Züchter wie Grower gleichermaßen interessant macht.

Wichtige Eckdaten im Überblick:

  • THC-Gehalt: 18 bis 25 %
  • CBD-Gehalt: unter 1 %
  • Blütezeit: 8 bis 9 Wochen
  • Genetik: brasilianische Sativa × südindische Indica
  • Verfügbarkeit: feminisiert, regulär und als Autoflower

Wirkung

Die Wirkung setzt schnell ein und ist eher zerebral als körperlich. Konsumenten berichten von einem kräftigen, klaren High mit gehobener Stimmung, gesteigerter Kreativität und sozialer Offenheit. Die körperliche Komponente bleibt im Hintergrund, ein ausgeprägter Couch-Lock tritt selten auf. Das macht White Widow zu einer typischen Tagessorte, die auch bei sozialen Anlässen gut funktioniert.

Im medizinischen Bereich wird White Widow häufig bei Stress, leichten Depressionen, Müdigkeit und chronischen Schmerzen eingesetzt. Wegen des niedrigen CBD-Gehalts ist sie allerdings weniger geeignet für Anwendungen, bei denen gezielt auf CBD-Effekte gesetzt wird.

Geschmack und Aroma

Das Geschmacksprofil ist erdig und holzig, mit Noten von Kiefer und einem leicht würzigen, pfeffrigen Unterton. Beim Rauchen treten zusätzlich frische, leicht zitrusartige Nuancen hervor. Der Rauch ist weich und relativ mild, was zur Beliebtheit der Sorte bei Einsteigern beigetragen hat.

Anbau

White Widow gilt als vergleichsweise pflegeleicht und eignet sich auch für Growing-Einsteiger. Sie wächst sowohl indoor als auch outdoor gut und zeigt sich robust gegenüber Schimmel, Mehltau und typischen Schädlingen.

Indoor-Anbau

  • Blütezeit: 8 bis 9 Wochen
  • Ertrag: ca. 450 bis 500 g/m²
  • Höhe: mittelhoch, 80 bis 120 cm
  • Methoden: SOG und SCROG funktionieren beide hervorragend

Outdoor-Anbau

  • Erntezeit: Ende Oktober auf der nördlichen Hemisphäre
  • Ertrag: 600 g und mehr pro Pflanze bei guten Bedingungen
  • Klima: bevorzugt mild bis gemäßigt, verträgt aber auch nordeuropäische Sommer

Tipp: Da White Widow sehr viele Trichome produziert, lohnt sich beim Trimmen das Sammeln der Abschnitte für die Herstellung von Hasch oder Kief.

Besonderheiten

  • Sehr harzreich, was sie zu einer beliebten Ausgangssorte für Hasch- und Extraktproduktion macht
  • Stabile Genetik mit wenig Variation zwischen einzelnen Pflanzen
  • Basis vieler weiterer Sorten: White Russian, White Rhino, Blue Widow und zahlreiche andere White-Linien gehen auf White Widow zurück
  • Klassiker der niederländischen Coffeeshop-Kultur und seit Jahrzehnten ununterbrochen auf fast jeder Karte vertreten

Fazit

White Widow ist nicht ohne Grund ein Klassiker. Sie bietet eine ausgewogene Wirkung, überschaubare Ansprüche im Anbau und ein charakteristisches Erscheinungsbild, das die Sorte bis heute unverwechselbar macht. Für Einsteiger im Eigenanbau ist sie ebenso geeignet wie für erfahrene Grower und Liebhaber, die einen stabilen, zuverlässigen Hybrid suchen.

Dieser Artikel ist Teil des Ratgebers Sortenratgeber.Zum Ratgeber