Ratgeber · Ernte & Lagerung

Cannabis richtig trocknen und aushärten (Curing)

Gutes Trocknen ist langsames Trocknen: die geschnittenen Zweige hängen kopfüber in einem dunklen, kühlen Raum bei etwa 18–20 °C und 50–60 % Luftfeuchte, und nach 7–14 Tagen knacken die kleinen Stiele beim Biegen, statt sich zu falten. Danach kommen die Blüten zum Curing in luftdichte Gläser, die du in der ersten Woche täglich kurz öffnest. Diese zwei ruhigen Etappen entscheiden über Aroma, Milde und Haltbarkeit, und sie sind der Punkt, an dem Ungeduld am teuersten ist. Dieser Artikel führt dich durch beide.

Cannabis richtig trocknen und aushärten (Curing)

Warum langsam trocknen

Beim langsamen Trocknen bauen sich Chlorophyll und andere Stoffe ab, die frisches Pflanzenmaterial grasig und kratzig machen, während die empfindlichen Aromastoffe erhalten bleiben. Schnelles, warmes Trocknen konserviert genau das Falsche: das Gras bleibt, das Aroma geht. Ein heizungswarmer Raum oder gar Hilfsmittel wie Öfen ruinieren in Stunden, was Wochen gewachsen ist.

Ideale Bedingungen

Dunkel, kühl, ruhig: etwa 18–20 °C, 50–60 % Luftfeuchte, keine direkte Lichteinstrahlung und eine leichte Luftbewegung im Raum, ohne dass ein Ventilator direkt auf die Blüten bläst. Hänge die Zweige kopfüber mit Abstand zueinander auf, damit Luft an alle Blüten kommt. Ein Thermo-Hygrometer im Raum nimmt dir das Raten ab. Läuft es zu feucht, drohen Schimmelnester in dichten Blüten, kontrolliere die dicksten täglich.

Wann trocken genug

Der klassische Test ist der Stieltest: biege einen kleinen Stiel, knackt er hörbar, ist die Trocknung abgeschlossen, faltet er sich nur, brauchen die Blüten noch Zeit. Je nach Blütendichte und Raumklima dauert das 7–14 Tage. Die Blüten fühlen sich dann außen trocken an, sind innen aber noch leicht feucht, genau richtig für die nächste Etappe.

Curing im Glas

Beim Curing reifen die Blüten in luftdichten Gläsern nach, ideal bei etwa 55–62 % Luftfeuchte im Glas. Fülle die Gläser locker zu etwa drei Vierteln und öffne sie in der ersten Woche einmal täglich für einige Minuten, das tauscht die Luft und gleicht Restfeuchte aus. Danach reicht ein Öffnen alle paar Tage. Schon nach zwei bis drei Wochen ist der Unterschied deutlich, länger schadet nicht. Riecht ein Glas beim Öffnen muffig statt aromatisch, ist Restfeuchte im Spiel: Blüten herausnehmen, einen Tag nachtrocknen, dann zurück ins Glas. Für die Zeit danach übernimmt Die Ernte richtig lagern.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Trocknen insgesamt?

7–14 Tage Hängen plus mindestens zwei bis drei Wochen Curing im Glas. Schneller geht immer, besser nie.

Kann ich das Curing weglassen?

Können ja, merken auch. Ungecurte Blüten schmecken grasiger und schärfer. Die zwei Wochen Geduld sind der günstigste Qualitätsgewinn im ganzen Anbau.

Was ist Burping?

Das tägliche kurze Öffnen der Gläser in der ersten Curing-Woche. Es tauscht die Luft, gleicht Feuchte aus und beugt Schimmel im Glas vor.

Meine Blüten sind zu trocken geworden, was nun?

Übertrocknete Blüten bleiben verwendbar, verlieren aber Aroma. Ein Feuchtepack im Glas stabilisiert die Restfeuchte, rückgängig machen lässt sich Übertrocknung nicht ganz.

Dieser Artikel ist Teil des Ratgebers Ernte & Lagerung.Zum Ratgeber