Schimmel tritt an Cannabis in zwei Formen auf: Blütenfäule, die von innen aus dichten, feuchten Blüten heraus arbeitet, und echter Mehltau, der als weißer, abwischbarer Belag auf den Blättern sitzt. Beide brauchen dasselbe, um zu entstehen: Feuchtigkeit und stehende Luft. Deshalb ist die Vorbeugung auch dieselbe: Luftbewegung, Abstand zwischen den Pflanzen, in der Blüte trockene Luft und draußen ein Standort, an dem die Pflanze nach Regen zügig abtrocknet. Befallenes Material wird großzügig entfernt und entsorgt, verwendet wird es nie. Dieser Artikel zeigt, wie du beides erkennst und verhinderst.

Wie Schimmel entsteht
Schimmelsporen sind überall in der Luft, sie warten nur auf Bedingungen: Luftfeuchte über längere Zeit hoch, wenig Luftbewegung, kühle Nächte mit Kondensfeuchte. Dichte Blüten sind dabei der kritischste Ort, weil Feuchtigkeit in ihrem Inneren kaum abtrocknet. Je später die Blüte und je dicker die Blüten, desto höher das Risiko, indoor wie outdoor.
Blütenfäule erkennen
Blütenfäule, botanisch Botrytis, beginnt unsichtbar im Inneren der Blüte. Das erste äußere Zeichen sind einzelne welke, braun werdende Blütenblättchen, die sich fast ohne Widerstand herausziehen lassen. Darunter liegt graubraunes, muffig riechendes Gewebe. Kontrolliere große Blüten in der späten Phase alle paar Tage aktiv, von außen sieht eine befallene Blüte lange gesund aus.
Mehltau erkennen
Echter Mehltau zeigt sich als mehlig-weißer Belag, zuerst in kleinen Flecken auf den Blattoberseiten, der sich wie Staub abwischen lässt und schnell ausbreitet. Er tritt gern bei schwankender Luftfeuchte und schlechter Luftzirkulation auf. Betroffene Blätter entfernst du sofort, danach verbesserst du Luftbewegung und Abstand, sonst kommt er wieder.
Vorbeugen mit Klima und Abstand
Indoor: Umluft-Ventilator, ausreichende Abluft und in der Blüte eine trockene Box, dazu genug Abstand zwischen den Pflanzen. Wie das Klima sauber läuft, steht unter Belüftung und Geruchskontrolle. Outdoor: ein sonniger, luftiger Standort statt einer feuchten Ecke, nach Regen die Pflanzen ausschütteln, und im Herbst rechtzeitig ernten, mehr dazu unter Outdoor-Ernte vor der Herbstfeuchte. Auch die Sortenwahl hilft: locker blühende, resistente Genetik bietet weniger Angriffsfläche, siehe Robuste und schimmelresistente Sorten.
Befall behandeln
Bei Blütenfäule schneidest du die befallene Blüte großzügig heraus, deutlich über den sichtbaren Befall hinaus, und entsorgst sie außerhalb des Grows. Werkzeug danach reinigen, die restliche Pflanze täglich kontrollieren. Befallenes Material ist nicht verwendbar, auch nicht teilweise, das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine gesundheitliche Grundregel. Bei Mehltau entfernst du betroffene Blätter und stellst die Bedingungen ab, die ihn ermöglicht haben.
Häufige Fragen
Kann ich befallene Blüten noch retten oder teilweise verwenden?
Nein. Befallenes Material wird großzügig entfernt und entsorgt. Sichtbarer Befall ist nur der älteste Teil des Problems.
Was ist der Unterschied zwischen Blütenfäule und Mehltau?
Blütenfäule arbeitet unsichtbar im Inneren der Blüte und zeigt graubraunes, muffiges Gewebe. Mehltau sitzt als weißer, abwischbarer Belag außen auf den Blättern.
Bei welcher Luftfeuchte ist das Risiko hoch?
Je feuchter und je länger, desto höher. In der Blüte hältst du die Luft deshalb bewusst trocken und in Bewegung, dauerhaft feuchte, stehende Luft ist die eigentliche Gefahr.
Hilft es, Blätter zu entfernen?
Gezieltes Auslichten sehr dichter Stellen verbessert die Luftzirkulation und kann sinnvoll sein. Radikales Entlauben stresst die Pflanze und ist kein Ersatz für Klima und Abstand.

